„Mit Charme und Humor wickelt sie alle um den Finger, die Bühne ist ihr ureigenstes Terrain“. Spätestens seit ihrem erfolgreichen Debüt an der Bayerischen Staatsoper München als Aspasia in Mozart’s Mitridate 2012 gehört Anja-Nina Bahrmann zu den besten Nachwuchssängern der heutigen Zeit. Als Norina in Don Pasquale, eine ihrer Glanzrollen, sang sie sich ebenfalls 2012 im Cuvilliéstheater München in die Herzen des Publikums und begeisterte die Kritiker.

Internationale Gastengagements führten die junge deutsche Sopranistin an das New National Theater Tokyo, wo sie unter der Leitung von Bertrand de Billy als Zdenka in Arabella debütierte, den Muziekgebouw Amsterdam, das Richard Strauss Festival, wiederholt an das Theater an der Wien, den Musikverein Wien, das Glyndebourne Festival, zu den Bregenzer Festspielen und die Bayerische Staatsoper München; zuletzt 2017 erfolgreich als Adele in der Fledermaus unter der Leitung von Kirill Petrenko.

Erste Bühenerfahrungen sammeltedie gebürtige Rheinländerin schon während ihres Studiums an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf und dem Aalto Theater Essen, wo sie 2006 in der Titelrolle in Bastien et Bastienne ihr Operndebüt gab. Im Sommer 2006 spielte sie bei den Seefestspielen Mörbisch die Rolle der Juliette in Lehar’s Graf von Luxemburg (DVD) und erhielt im gleichen Jahr ihr erstes Festengagement am Landestheater Linz in Österreich. Dort sang sie von 2006 bis 2009 u.a. Eurydice in Glass’ Orphée, Zerlina in Don Giovanni, Oscar in Un ballo in maschera, Susanna in Le nozze di Figaro sowie die Titelpartie in La Calisto und Zerbinetta in Ariadne auf Naxos.

2008 schloss sie ihr Studium mit Auszeichnung an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf ab. Von ihrer Lehrerin, der Kammersängerin Jeanne Piland wird sie noch heute stimmlich begleitet. Meisterskurse im Liedgesang bei Irwin Gage, Leonard Hokanson, Matthias Goerne, Ingeborg Most und Christiane Oelze runden ihre Ausbildung ab. Die Stipendiatin der Jütting-Stiftung und der DOMS-Stiftung Basel war Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe wie u.a. beim 4. Internationalen Hilde-Zadek Wettbewerb 2005 in Wien. In dem selben Jahr war sie Gewinnerin des Richard Strauss Wettbewerbs und wurde für ihre besonderen künstlerischen Leistungen von KS Brigitte Fassbaender mit der Richard-Strauss-Plakette ausgezeichnet. Seitdem hat sie eine besondere künstlerische Verbindung zu Brigitte Fassbaender und durfte zu Ehren des 150. Geburtstages von Richard Strauss an der Einspielung sämtlicher Lieder mitwirken. Seit Juni 2014 als CD Box im Handel erhältlich und umfasst alle Klavierlieder von Richard Strauss.

Am Theater an der Wien debütierte die junge Sängerin 2007 als Barbarina in Le nozze di Figaro und war seitdem dort öfters zu Gast, wie 2009 als Flaminia in Haydn’s Il mondo della luna unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt (DVD) und 2011 als Lucia in Britten’s Rape of Lucretia unter der Leitung von Sian Edwards. 2010 sang sie im Goldenen Saal des Musikverein Wien konzertant die Partie der Costanza in Il sogno di Scipione eben falls unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt .

Seit der Spielzeit 2009/10 gehört Anja-Nina Bahrmann zum Ensemble der Volksoper Wien und konnte dort ihr Repertoire nach und nach erweitern: Rosina in Barbier von Sevilla, Gretel in Hänsel und Gretel, Lauretta in Gianni Schicchi, Pamina in  Zauberflöte, Konstanze in Entführung aus dem Serail. 2014/15 debütierte sie dann als Liu in Turandot, Musetta in La Boheme und schließlich als Violetta Valery in La Traviata. Kommende Spielzeit wird sie wieder als Traviata und Antonia in Hoffmann’s Erzählungen zu sehen sein. Im Herbst 2017 debütiert sie  als Amalia in Verdi’s  I Masnadieri.